Südamerika-Zentrum Hannover e.V.

Centro Latinoamericano de Hannover

Entstehung

In Kolumbien wurde die indigene Bevölkerung über die Jahrhunderte sehr weit zurückgedrängt. Es gibt heute noch 75 Volksgruppen mit ca. 500.000 Personen (ca. zwei Prozent der Gesamtbevölerung Kolumbiens) , sie leben überwiegend in Randzonen. Die Curripaco sind eine dieser Volksgruppen.

Das Curripaco-Volk besteht aus ca. 3200 Personen, die im Osten Kolumbiens größtenteils in Schutzgebieten am Guainia-Fluss weit verteilt auf einem Gebiet von 20000 qkm leben. Die Bevölkerung lebt überwiegend von Subsistenz-Wirtchaft. Der Guainia und seine Nebenarme stellen die einzigen Verbindungswge dar. 

Das Projekt

Die 44 Curripaco-Gemeinden am Guainia-Fluss haben sich in der Vereinigung AICURIGUA (Asociación de Autoridades Indigenas Tradicionals Curripaca del Rio Guainia) zusammengeschlossen. Die medizinische Versorgung in dieser Region ist völlig unzureichend. Die Curripaco haben in Eigenregie die einzig existierende Gesundheitsstation in Sejal aufgebaut. Dort ist ständig ein ausgebildeter Pfleger vor Ort, der in der Lage ist einfache Krankheitsfälle und Verletzungen zu behandeln und ggf. Geburtshilfe zu leisten. In einer Studie zur Gesundheitssituation wurden Maßnahmen zur Verbesserung erarbeitet. Diese sehen u.a. die Anschaffung einer Wasserambulanz und eines Bildungsbootes vor.  

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Mit einer motorisierten Ambulanz soll es ermöglicht werden, Patienten bei Bedarf sowohl aus ihren Gemeinden zur Gesundheitsstation zu transportieren als auch Notfälle in vertretbarer Zeit in das Krankenhaus zu bringen. Heute bedeutet dies oft mehrtägige Fahrten, die schon häufig dazu geführt haben, daß Patienten nicht mehr rechtzeitig behandelt werden konnten.

Ein vorhandenes Boot soll motorisiert werden und als Bildungsboot ausgestattet werden. Weiterhin ist geplant, mit einer Grundausstattung an Treibstoff in einzelnen Gemeinden kleine Vorratslager anzulegen. Damit besteht zukünftig die Möglichkeit Treibstoff in den Zeiten niedriger Preise zu beschaffen.

Ziele

Das Curripaco-Volk ist von fremden Einflüssen in Ihrer kulturellen Identität bedroht. Die medizinische und vor allem die akutmedizinische Versorgung in ihrem Lebensraum ist äußerst unzureichend. Mit den geplanten Maßnahmen wird sie in der Region dauerhaft verbessert.

Weiterhin können Ansätze von Bildungsarbeit unterstützt und die Zweisprachigkeit gefördert werden. Es werden mehr Möglichkeiten des Austausches zwischen den weitverstreuten Familien geschaffen. Insgesamt wird die vorhandene Eigeninitiative der Curripaco nachhaltig gestärkt und deren Eigenständigkeit langfristig gesichert.

Ferner soll mit dem Projekt die Gesundheitsvorsorge vor Ort verbessert werden. Dazu möchten die Curripaco weitere Gesundheitshelfer ausbilden. Deshalb soll für zwei Monate ein Arzt beschäftigt werden, um gemeinsam mit den zukünftigen Gesundheitshelfern an einer Rundreise teilzunehmen. Die Projektkosten beinhalten auch eine Anreise des Arztes aus dem Hochland. Dabei soll auf der Basis traditioneller medizinischer Erfahrungen die Bedeutung einer verbesserten Ernährung, der Sinn von Impfungen und der häusliche Umgang mit Krankheiten erläutert werden.

Ergänzend sollen Kulturangebote speziell für Kinder und Jugendliche stattfinden. Es werden hierfür Unterrichtsmaterialien auf Spanisch von der Regierung bereitgestellt. Diese Angebote werden um Materialien erweitert, die auf der Grundlage ihrer Kultur und Weltanschauung in ihre eigene Sprache selbst übersetzt werden.

Finanzierung

Die Kosten des Projektes beliefen sich auf 40.000 DM. Es wurde eine Unterstützung durch das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung in Höhe von 75% dieser Kosten gewährt.  

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