Südamerika-Zentrum Hannover e.V.

Centro Latinoamericano de Hannover

KarteDie Lage in der Amazonasregion von Brasilien bis Peru ist weiterhin sehr kritisch. Häufig mangelt es an der Ausstattung von Krankenhäusern und dem Schutz des Personals. Schulen sind in vielen Ländern geschlossen. Trotz hoher Inzidenzwerte wurden dagegen viele Wirtschaftsbereiche wieder geöffnet, auch wenn die Impfungen bisher nur langsam anlaufen. Staatliche Unterstützung erreicht Teile der Region immer noch nur unzureichend.

Wir haben seit Beginn der Pandemie verschiedene Hilferufe aus der Region erhalten. Auch im Frühjahr 2022 konnten wir in Brasilien, Peru und Ecuador noch einmal mit kleineren Beträgen Unterstützung leisten.

Wir freuen uns über die grossartigen Reaktionen auf die bisherigen Spendenaufrufe.

Wir konnten damit an verschiedenen Stellen Unterstützung leisten, die direkt in den Regionen angekommen ist. Im folgenden werden die einzelnen Massnahmen näher erläutert.

Kolumbien – Médicos Unidos de Colombia

Der Hilferuf einer Gruppe von Ärzten hatte uns über ein Vereinsmitglied erreicht. In den Krankenhäusern im Amazonas-Gebiet Kolumbien behandeln die Ärzte Corona-Kranke ohne angemessene Schutzausrüstung und sind damit hochgradig selbst gefährdet. Angekündigte materielle Hilfe hatte sie bis jetzt nicht erreicht. Claudia Guáqueta Arias arbeitet seit langer Zeit als Ärztin in den Amazonas-Regionen Brasiliens und Kolumbiens und wurde von ihren Kollegen über die schlechte Situation informiert. Sie und weitere Ärzte versuchen nun selbst Unterstützung zu organisieren und haben begonnen Spenden gesammelt.

Wir haben seitens des Südamerika-Zentrums am 13.5. einen Betrag von 1.000 EUR überwiesen. Damit konnte eine erste Hilfslieferung unterstützt werden, die auch schnell in Leticia angekommen ist und dort und im Umland verteilt wurde, wo es mit Freuden von Ärzten und Pflegepersonal empfangen wurde.

Der Spendenaufruf über die sozialen Netzwerke war sehr erfolgreich. Wir konnten daher am 27.5. noch einmal 2.000 EUR überweisen

Die Koordinatorinnen Claudia Guáqueta und Johanna Contreras hatten zeitgleich bereits weiteres Material beschafft und eine neue Sendung auf den Weg gebracht. Wieder wurde der Transport von der Gesellschaft AEROSUR gebührenfrei durchgeführt.

So konnten die Ärzte des HOSPITAL SAN RAFAEL LETICIA (Kolumbien) und HOSPITAL DE GUARNICIAO DE TABATINGA (Brasilien) mit Schutzanzügen, Masken, Alkohol und Seifenspender ausgestattet werden.
Die FEUERWEHR IN TABATINGA (BRASILIEN) = BOMBEIRO MILITAR hat sich besonders über die überraschende Spende von roten Schutzanzügen erfreut. Sie mussten die traurige Aufgabe der Abholung der an Covid19-Verstorbenen aus ihren Häusern bisher ohne geeignete Schutzbekleidung durchführen.

Weiterhin wurde jeweils eine Kapsel für die Abholung und den Transport von Covid-Patienten für Leticia und für Tabatinga besorgt.

Mitte Juni wurden dann noch die Krankenschwestern und die Krankenpfleger (ENFERMERAS y AUXILIARES) der Berufsschulen der Region mit ca. 100 abwaschbaren blaugrünen Schutzkitteln ausgestattet.

Anfang 2021 erreichte uns dann von unserer Ansprechpartnerin die Nachricht über die katastrophale Lage in den Krankenhäusern von Manaus, Brasilien. Die Ärzte und Krankenschwestern arbeiten aufgrund der Überlastung der Krankenhäuser rund um die Uhr. Während der Ruhephasen sind insbesondere für die Krankenschwestern keinerlei Betten vorhanden, dass auf Stühlen oder auf dem nackten Boden schlafen müssen. Wir konnten in dieser Situation am 9.2.2021 einen Betrag von 800 Euro überweisen, mit dem einige Matrazen vor Ort beschafft und zur Verfügung gestellt werden konnten.

 

Ecuador – Waorani

Auch wenn sie im Regenwald noch Yucca und Bananen ernten können, fehlt es den Familien der Waorani trotzdem an Vielem. Die Anfrage hat uns erreicht von Mencay Nenquihui, Präsidentin der Frauen des Waorani-Volkes, die wir in Hannover kennengelernt hatten. Das Geld wird gebraucht für Lebensmittel wie Reis, Haferflocken, Linsen, Zucker, Speiseöl, Obst, Gemüse, aber auch Hygieneprodukte.

Am 13.05.2020 haben wir 1.000 EUR überwiesen. In der Zwischenzeit haben wir einige Fotos von der Übergabe von Lebensmitteln und Medikamenten in der Waorani-Gemeinde Pitacocha erhalten, die u.a. von diesen Geldern bezahlt wurden.
Mittlerweile sind mehrere Waorani-Gemeinden im Yasuní-Gebiet von der Pandemie betroffen, man kann es nur als Tragödie bezeichnen. Vor ein paar Tagen ist einer der großen "Pikenanis", der Weisen, die Träger der kulturellen Autonomie der Waorani sind, am Virus gestorben.

 

Ecuador – Sápara

Die gesundheitliche Lage ist auch im Gebiet der Sápara schwierig. Unterstützer vor Ort baten uns um Hilfe bei einem geplanten medizinischen Hilfsflug. Es konnten schon einige medizinische Hilsgüter beschafft werden und eine entsprechende Flugreise in das auf dem Landwege nicht erreichbare Gebiet organisiiert werden. Wir haben am 5.5.2021 einen Betrag von 1.000 US-Dollar (ca. 840 Euro) für einen Teil der Flugkosten zur Verfügung gestellt. Ende Mai konnte die Hilfsaktion dann durchgeführt werden.

Peru - Iquitos

Iquitos ist eine Stadt in einer der Lungen der Welt, aber in diesen Tagen stirbt sie aus Sauerstoffmangel. Angesichts dieses Paradoxons beschloss der Priester Raymond Portelli, ein geborener Malteser, der aber mehrere Jahre in der Stadt Loretana tätig war, eine Solidaritätskampagne zu initiieren, um in kürzester Zeit Mittel zu sammeln und eine lokale medizinische Sauerstoffproduktionsanlage zu implementieren und so die Versorgung von Coronavirus-Patienten zu stärken.

Wir haben am 16.6. 2020 diese Kampagne mit 1.000 EUR unterstützt.

 

Peru – Amigos sin Fronteras

Auch in der Region von Arequipa ist die Lage schwierig. Von Luis Ernesto Chocano Polar haben wir erfahren, dass es Masken und Schutzausrüstung nur zu völlig überteuerten Preisen zu kaufen gibt. Er ist kaum noch in der Lage, die Beschaffung zu finanzieren

Rhina Colunge-Peters ist es gelungen, über die Organisation Asociación Servicios Educativos Rurales, in der ihre Schwester tätig ist, Material in Lima zu kaufen und an Amigos sin Fronteras zu senden. Damit kann er nun sich selbst und seine Patienten weiter entsprechend schützen. Wir haben hierfür am 23.6.2020 einen Betrag von 1.000 EUR überwiesen.

Anfang des Jahres erreichte uns die Mitteilung, dass im Sommer 2020 ist nun aufgebraucht und es muss dringend neues Material beschafft werden. Am 16.3.2021 konnten wir erneut 1.000 EUR überweisen, von dem auf gleichem wege weiteres Material in Lima gekauft und an Amigos sin Fronteras gesendet wurde.

Quelle der Graphik: https://www.saludarequipa.gob.pe/epidemiologia/Covid19/COVID19.pdf

Regionalregierung Arequipa

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