
Gemeinsam mit der Partnerorganisation Tierra Libre aus Asunción fördert das Südamerika-Zentrum ein Projekt zur Sicherung und nachhaltigen Nutzung der ökologischen Reserve von 199 Hektar einer Landparzelle der indigenen Gemeinde Qemkuket (Ethnie Maká) zur Verbesserung der Trinkwasserversorgung im paraguayischen Chaco. Neben den Eigenmitteln des SAZ, unterstützt die Niedersächsische Bingo-Umweltstiftung (NBU) das Projekt mit 12.240 Euro.

Die ökologische Reserve ca. 10 km nördlich der Hauptstadt Asunción weist einen in dieser Region selten gewordenen natürlichen Waldbestand auf, der jedoch infolge der zunehmenden Verstädterung, des Bevölkerungswachstums, der fehlenden öffentlichen Landschaftsplanung, des Ausbaus der Infrastuktur (Neubau der Nationalstraße Argentinen ) und der voranschreitenden Parzellierung immer mehr bedrängt wird. Es kommt verstärkt zu illegalem Holzschlag. Die Maká-Gemeinde ist seit 1985 Besitzerin dieser 199 Hektar. In der jetzigen Nutzung wird der Wald ausschließlich von ihren 168 Familien kollektiv extensiv und nachhaltig genutzt. Er dient dem Jagen, Fischen und Sammeln (einschließlich des Totholzsammelns).
Die systematische Einbeziehung von Angehörigen und Repräsentanten der Gemeinde Qemkuket sowie der Brudergemeinde Mariano Roque Alonso in die Aktionen soll die inter-kommunale Solidarität zwischen den beiden Maká-Gemeinden sowie das Bewusstsein hinsichtlich der Notwendigkeit eines territorialen Waldschutzes auf das gesamte Volk der Maká ausgedehnt werden. Auch die Schulen beider Gemeinden mit ca. 800 Schülern werden systematisch in das Projekt eingebunden, durch Unterricht und Grenzbegehung. Die Nachhaltigkeit der Maßnahmen soll durch die kollektive Erfahrung beider Gemeinden bei Realisierung, der gemeinsamen Leitung und Verwaltung des Projekts (Team Tierra Libre und den Gemeindevertretern von Qemkuket) auf der Basis von Gemeindebeschlüssen und insbesondere durch die Aufrechterhaltung eines Monitoringsystems über das Projektende hinaus gesichert werden. Der Umweltschutzaspekts und seiner Relevanz im Kontext des Klimawandels soll durch die Integration Lehrmaterialien mit Lokalbezug (thematische Karten und Faltblätter) in der eigenen Sprache der Maká im Unterricht der Gemeindeschulen erreicht werden.



Die Niedersächsische Bingo- Umweltstiftung fördert Umwelt- und Naturschutzprojekte sowie Projekte zugunsten der Entwicklungszusammenarbeit und der Denkmalpflege. Die Stiftung finanziert sich aus der Glücksspielabgabe und vor allem aus Einnahmen der Bingo-Umweltlotterie. Weitere Informationen unter www.bingo-umweltstiftung.de.